|
Worauf ist beim Tuning der SilverFlame Jagdspitzen zu achten? Es gibt wohl nur wenige Themen über die Ausrüstung von Bogenjägern, über die soviel geschrieben und veröffentlicht wurde wie über das Thema “Broadhead Tuning”.
Zahlreiche Hersteller von Jagdspitzen, Pfeilschäften, Pfeilauflagen sowie viele, mehr oder weniger versierte Bogenjäger, haben sich erschöpfend über dieses Thema ausgelassen und bieten eine Lösung für fast jedes Tuningproblem an. Nach meiner Meinung ist zu diesem Thema auch alles gesagt worden, und deshalb möchte ich dies hier nicht wiederholen. Dem interessierten Leser dieser Berichte empfehle ich deshalb sich auf den Seiten der o.g. Hersteller und Magazine kundig zu machen.
Immerwieder hört und liest man auch:
“Die Spitze X fliegt schlecht, die Spitze Y aber hervorragend....usw.”
Viele Bogenjäger versuchen hierbei durch eine Riesenbefiederung des Jagdpfeiles ein passables Flugverhalten zu erzwingen.
Nun, dies ist zwar eine Möglichkeit, aber nur eine Symptom- und keine Ursachenbehandlung und ich möchte dieses Thema mit einer kurzen Schlussfolgerung abschließen:
“Eine Jagdspitze fliegt fast niemals gut oder schlecht;
sie offenbart lediglich die Tuningfehler des Schützen mehr oder weniger!!”
Das heißt, wenn der dynamische Spine des Pfeilschaftes exakt zur Energieentfaltung des Bogens passt, also der Pfeil perfekt fliegt und gruppiert, werden Sie fast nie irgendwelche Probleme haben, Ihre klingenbewehrten Jagdpfeile ins Ziel zu bringen.
Zweischneider wie die SilverFlame Broadheads machen in der Regel die allerwenigsten Probleme und verzeihen so manche Fehleinstellung.
Unabhängig von meiner Seite wurden die SilverFlame Broadheads von Compound-, Recurve- und Langbogenjägern getestet und ALLE trafen mit dieser Jagdspitze denselben Spot wie mit gleichschweren Feldspitzen.
Wichtig: Achten Sie auf einen einwandfreien Sitz der Jagdspitze. Sie sollte stets perfekt mit dem Pfeilschaft fluchten und nicht „wobbeln“, wenn man den Pfeil auf der Spitze auf einer Tischplatte drehen lässt. Alle SilverFlame Jagdspitzen durchlaufen einen individuellen „Spinning-Test“. Sollte Ihr Pfeil dennoch wobbeln, liegt dies an der nicht-rechtwinkeligen Anlagefläche des Schraubeinsatzes (Inserts) oder einem nicht korrekt gekürzten oder krummen Pfeilschaft.
Welches Jagdspitzengewicht nehme ich für welche Wildstärke? Das Gewicht der Jagdspitze muss in erster Linie zu dem dynamischen Spine des Pfeilschaftes passen, weniger zur Wildstärke. Mit der SilverFlame 125gr. wurden beispielsweise Kleinwild, aber auch afrikanische Kaffernbüffel erfolgreich gestreckt. Natürlich müssen bei extrem starkem Wild die Pfeilschaftdimension und auch das Pfeilgewicht entsprechend angepasst werden, so dass sich hierfür die schwereren Modelle (ab 150gr.) aufgrund des höheren F.O.C. (mehr Flugstabilität, höhere Tiefenwirkung) eher anbieten als leichtere Spitzen.
Welche Vorteile hat die „Cut-on-Contact“-Klinge gegenüber einer „Chisel-pointed“ Jagdspitze (Meißelspitze)? Ein Jagdspitze penetriert durch organisches Gewebe durch das Zerschneiden desselben. Je besser (oder je früher) die Spitze schneidet, desto geringer ist der Eindringwiderstand und somit auch der Verlust an Bewegungsenergie und Moment (richtungsgebundene Kraft).
Gerade sehr starkes Wild verfügt über relativ dicke und sehnige Hautschichten, welche einer nicht sofort schneidenen Klinge einen erheblichen Eindringwiderstand entgegensetzen und das Tiefenwirkungspotential stark herabsetzen können. Meißelspitzen werden oft mit dem Argument einer höheren Stabilität gegenüber Knochen beworben. Das Stück Wild wird jedoch nicht durch die zerstörten Knochen gestreckt, sondern durch eine entsprechende, schneidende! Tiefenwirkung in stark durchblutenden Organen (Kammerbereich). Eine adäquat konstruierte „Cut-on-Contact“-Klinge durchdringt Knochen zudem mühelos und mit weniger Verlusten als eine Meißelspitze.
Warum gibt es die SilverFlame Jagdspitzen seit 2009 mit „ToughTip“? SilverFlame Jagdspitzen sind so konstruiert, dass sie ein echtes „Cut-on-Contact“ bieten, also sofort schneiden und die Energieverluste des Projektils beim wichtigen Initialschnitt minimieren. Bei extrem harten Treffern oder Scherkräften, konnte es passieren, dass die ersten 1 - 2mm der äußersten Spitze abbrachen. Die Bruchstelle hinterließ jedoch stets eine scharfe Kante, die der Jagdspitze ermöglichte weiterhin eine hohe und tödliche Tiefenwirkung zu erzeugen.
Trotz dieses Minimalschadens bleibt die SilverFlame Jagdspitze voll einsatzfähig.
Wäre der Stahl weniger sorgfältig gehärtet, würde sich die Spitze nur verbiegen („Curl-up“). Eine schlechte Tiefenwirkung wäre die Folge. Ab 2009 gibt es nun sämtliche SilverFlame Jagdspitzen mit einem „ToughTip“, welcher durch einen kleineren Radius an die äußerste Spitze geschliffen wird. Hierdurch verbleibt mehr Material an der Spitze und die Gefahr eines Bruchs wird deutlich reduziert. Dieser Radius wird mit der Hauptschneide durchgeschliffen, so dass ein echtes „Cut-on-Contact“ erhalten bleibt.
Wann muss ich die Klinge nachschärfen? Eine möglichst scharfe Klinge ist eine der Hauptgrundlagen des Jagderfolgs mit Pfeil und Bogen. Wir empfehlen ein Nachschärfen der Schneiden, sobald die Klinge es nicht mehr schafft ein normales Blatt Kopierpapier durch bloßes Drücken der Schneide auf die Papierkante (Druckschnitt) sauber zu durchtrennen.
Warum gibt es die SilverFlame Jagdspitzen nicht mit „Bleeder Blades“? Bleederblades (Zusatzklingen) haben die Aufgabe einen zusätzlichen Schnitt im 90°-Winkel zur Hauptklinge zu erzeugen. Dadurch entsteht im Idealfall (komplette Penetration und kein Klingenbruch vorausgesetzt) eine kreuzförmige Ein- und Austrittswunde, welche die Chancen auf eine stärkere Schweißfährte erhöhen. Letztere ist jedoch in der Tat weitaus mehr von der Trefferlage abhängig als von der Klingenanzahl. Häufig trifft man auf die Falschannahme, dass durch die größere Gewebezerstörung eine stärkere Blutung erzeugt wirkt und das Wild somit schneller von den Läufen kommt. Hierbei wird übersehen, dass der zusätzliche Schnitt in demselben kleinen Radiusbereich erfolgt wie der Schnitt der Hauptklinge, so dass innerhalb des Kammerbereichs die Blutung allenfalls minimal beschleunigt wird. In der Tat konnte noch nie ein Zusammenhang zwischen der Fluchtstrecke und der Anzahl der schneidenden Klingen einer Jagdspitze reproduzierbar ermittelt werden. Wohl aber zwischen Fluchtstrecke und Tiefenwirkung. Mehr Sinn macht es, einen größeren Schnittradius zu erzeugen, was durch die SilverFlame XL Jagdspitzen erreicht wird. Die größere Schnittbreite hat zudem weniger Einbußen bezüglich der Tiefenwirkung zur Folge als eine oder zwei zusätzliche Klingen.
Warum sind SilverFlame Jagdspitzen nicht mit einem „Single-Bevel-Schliff“ erhältlich? Einseitig angeschliffene Klingen haben die Eigenschaft beim Eindringen eine Drehbewegung des Pfeiles zu erzeugen, welche bei Knochentreffern eine leicht vergrößerte Einschussöffnung hinterlässt und somit dem Pfeilschaft weniger Reibungswiderstand entgegensetzt.Dies hat unter Umständen eine höhere Tiefenwirkung zur Folge als dies an gleicher Stelle mit einer Klinge mit „Double-Bevel“-Schliff erfolgt wäre.
Hierbei gilt es jedoch zu bedenken, dass die zusätzliche Drehbewegung und das „Wegfräsen“ von Knochenmaterial Kraft und Energie kostet, die natürlich der Tiefenwirkung verloren geht. Darüber hinaus weisen einseitig geschliffenen Klingen geometriebedingt nur ein unzureichendes “Cut-on-Contact” auf. Die Spitze ähnelt eher einem Schraubendreher und ein echtes Scharfschleifen ist sehr schwierig. Wirklich Sinn macht der „Single-Bevel“ deshalb nur bei der Verwendung von relativ dicken Jagdschäften.
Wir empfehlen stets einen Pfeilschaftdurchmesser, der möglichst weit unter dem größten Durchmesser der Jagdspitze (8,5mm bei SilverFlame Jagdspitzen) liegt. Moderne Kohlefaserschäfte, insbesondere die schlanken HIT-Schäfte von Easton und Beman, haben sich hier bestens bewährt.Hierdurch wird der Reibungswiderstand minimiert ohne Energie für die Tiefenwirkung zu verschwenden.
Beim Einsatz von HIT-Schäften empfehlen wir die Verwendung der „Broadhead Adapter Rings“ (Easton B.A.R.s), um den Jagdspitzengehäusen eine möglichst große Stützfläche (Scherstabilität) auf diesen dünnen Schäften zu bieten.
|